Chronik

 

100 Jahre KSV 06 Ketsch

Ein Rückblick auf bewegte und erfolgreiche Zeiten

Der Kraftsportverein gehört heute zu den erfolgreichsten Vereinen im sportlichen Leben der Gemeinde Ketsch. Viele schöne Erfolge in Einzel- und Mannschaftskämpfen konnten die Ringer des KSV erzielen. Sie machten so den Namen der Gemeinde Ketsch weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Wenn man in der Chronik blättert, stellt man fest, dass der Verein nicht immer auf Rosen gebettet war. Es mangelte an Sportgeräten sowie an Übungs- und Wettkampfstätten. Deshalb mussten die Vereinsaktivitäten früher meist in Gaststätten, und teilweise auch unter freiem Himmel durchgeführt werden. Um so mehr ist der Idealismus und Weitblick der Gründer des Vereins zu würdigen. Die Erfolge der 100 - jährigen Geschichte des Kraftsportvereins 06 Ketsch darf die Mitglieder und Freunde mit Stolz erfüllen.

 

Vereinsgründung und die ersten drei Jahrzehnte

1Am 3. März 1906 trafen sich im Gasthaus "Zum Wilden Mann" einige am Ringkampfsport interessierte junge Männer zur Gründungsversammlung des Kraftsportvereins 06 Ketsch.

Pius Rohr wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren: Karl Schäfer, Hermann Rohr, Paul Rohr, Albert Eppel, Karl Eppel, Reinhard Schäfer, Pius Zund, Leo Bruckmann, Albin Rohr, Emil Schwab, Franz Zund und August Schmeißer.

Das Gasthaus "Zum Wilden Mann" wurde auch als Vereinslokal bestimmt.

Da dem Verein bei der Gründung keine finanziellen Mittel zur Verfügung standen, streckte Lokalwirt Philipp Hillenbrand für die Anschaffung einer Ringermatte 60 Mark vor. Es kamen weitere junge Leute hinzu, so dass der Verein bis Ende des Jahres 1906 auf 30 Mitglieder angewachsen war.

 

Die Hauptversammlung Anfang 1907 brachte eine neue Vorstandschaft mit Ludwig Herm als 1.Vorsitzenden. Da aber nicht nur Ringen betrieben wurde, sondern auch Gewichtheben großen Zuspruch hatte, war der Übungsraum im Vereinslokal bald zu klein, und das Gasthaus "Zum Enderle" wurde zum neuen Vereinslokal bestimmt. Nach Differenzen mit dem Mittelrheinischen Athletenverband trat der Verein aus, und schloss sich dem Landesathletenverband "Badenia" an. Zu diesem Zeitpunkt war der KSV bereits auf über 50 Mitglieder angewachsen.

 

Im Jahre 1908 wurdenneben Ringen und Gewichtheben auch der Pyramidenbau und die Rundgewichtsriege in den Sportbetrieb aufgenommen. Die neuen Sportarten fanden regen Zuspruch, und man konnte bei Wettkämpfen mehrere Ehrenpreise gewinnen.

 

1909 wurde unter dem Vorsitz von Karl Schäfer beschlossen, das Bundesfest zu übernehmen. Der Fußballclub 06, die Sängereinheit, der Turnerbund Germania und der Turnverein 1902, stifteten die Ehrenpreise für dieses überregionale Fest. Im selben Jahr gab es Zusammenschlussanregungen mit dem Fußballclub 06 und es kam zu einer Versammlung unter dem Vorsitz von Hermann Lang. Die beabsichtigte Fusion wurde jedoch nicht vollzogen.

 

Paul Rohr und Albert Eppel gewannen im Jahre 1910 die Meisterschaft von Baden und der Pfalz im Ringen.

 

1913 legte sich der Verein eine Vereinsfahne zu. Das herausragende Ereignis dieses Jahres war folglich die Fahnenweihe, verbunden mit einem Athletenfest und Wettkämpfen im "Enderlegarten".

In der Generalversammlung wurde Wilhelm Rohr zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

Der 1. Weltkrieg von 1914 - 1918 unterbrach jäh die Aufbauarbeit, und versetzte dem Verein schwere Rückschläge. Viele Mitglieder und junge Sportler starben im Krieg. Die entstandenen Lücken ließen einen geordneten Sportbetrieb nicht mehr zu. Der Übungsbetrieb wurde aber durch die schulentlassene Jugend einigermaßen aufrechterhalten und, soweit es die Zeitverhältnisse des Krieges zuließen, der Ringkampfsport weiter betrieben.

Am 18. Dezember 1918 wurde von dem damaligen Vorstand Jakob Rohr eine Generalversammlung einberufen und der Verein unter folgender Leitung neu organisiert:

 

1. Vorsitzender: Franz Zund

2. Vorsitzender: Paul Rohr

Kassierer: August Schmeißer

Schriftführer: Johann Baro

Instrukteur: Albert Eppel

1. Stemmwart: Valentin Schwab

2. Stemmwart: August Stohner

Beiräte: Ludwig Sessler und Georg Schwab

Revisoren: Josef Leiberich und Wilhelm Rohr

Zeugwart: Ludwig Fischer

Diener: Konrad Zund

 

 Am 26. April 1919 vollzog der Kraftsportverein seinen Beitritt zum freien Athletenverband. Unter dem Vorsitz von Franz Zund und Paul Rohr nahm der Verein seinen Sportbetrieb wieder auf. Nach kurzer Zeit wurden wieder beachtliche sportliche Leistungen erzielt. In Schifferstadt, Ludwigshafen, Karlsruhe und Feudenheim belegte man die ersten Plätze im Gewichtheben, Ringen, beim Pyramidenbau und bei der Sportakrobatik.

Bei den Bundesfestspielen in Offenbach wurden Albert Eppel im Schwergewicht, Paul Rohr im Leichtgewicht, Johann Weik im Federgewicht und Fritz Rohr im Jugendschwergewicht Sieger.

 

21922 waren es wieder Paul Rohr und Johann Weik, die außergewöhnliche sportliche Erfolge erzielten. Beide Ringer konnten sich bei der Arbeiterolympiade in Leipzig auf den ersten Plätzen behaupten.

Die 1. Ringermannschaft wurde im selben Jahr Kreismeister.

 

 

 

Am Anfang der 20er Jahre:

von links: Johann Weik, Hermann Fuchs, Georg Rohr, Paul Rohr,

Albert Eppel, Fritz Rohr, Heinrich Dörr, Karl Eppel, Erwin Schwab,

Alois Eppel, Eugen Hemmerich

 

Im Jahre 1923 wurden Mannschaftskämpfe in Köln, Straßburg und Bonn ausgetragen. Als neue Sparte wurde Boxen mit in den Sportbetrieb aufgenommen.

 

1925 wurden Johann Weik und Paul Rohr für die Arbeiterolympiade in Frankfurt nominiert.

Weitere gute Erfolge erzielte der Verein im Jahre 1928 auf dem Bundesfest in Ludwigshafen und 1929 bei den Süddeutschen Meisterschaften im Mannschaftsringen im Enderlegarten. Unter der erfolgreichen Gesamtentwicklung hatte sich ein sehr guter Sportlernachwuchs herangebildet: Albert Keilbach, Karl Rohr, Johann Eppel, Julius Eppel und Alois Huber. Diese Ringer nahmen in den 30er Jahren an Länderkämpfen sowie an nationalen und internationalen Meisterschaften teil und belegten ehrenvolle Plätze.

3Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, wurde der Verein am 4. März 1933 gesetzlich verboten und polizeilich aufgelöst. Der KSV gehörte bis dahin dem Arbeiter-Athletenverband an. Das gesamte Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt. Bei der sogenannten Gleichschaltung wurde der Kraftsportverein in den Einheitssportverband des Dritten Reiches eingegliedert.Bis zur Machtergreifung Hitlers hatte der Verein einen ungeheueren Aufschwung genommen. Außer Ringen wurde Gewichtheben, Boxen, Sportakrobatik, Leichtathletik, Pyramidenbau und Steinstoßen betrieben.

Von 1933 - 1939 konnte der Verein viermal die Badische Meisterschaft im Mannschaftsringen erkämpfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von links nach rechts:

Albert Keilbach, Paul Rohr, Johann Weik

 

Krieg, Zusammenbruch und Wiederaufbau

Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde der Sportbetrieb fast vollkommen stillgelegt. Viele Sportler und Mitglieder blieben auf den Schlachtfeldern. Der schreckliche Krieg hatte tiefe Wunden geschlagen. Deutschland lag am Boden, es herrschte Not, Kummer und Elend. Aber aus den Trümmern und Ruinen wuchs neues Leben. Mutige Männer und Frauen trotzten dem Schicksal und machten sich an den Neuaufbau.

Im Juni 1945 wurde die Sportausübung von den Siegerstaaten wieder zugelassen. Auf Initiative des damaligen Ratschreibers Heinrich Fuchs wurde auch in der Gemeinde Ketsch der Sport neu aufgebaut. Die erste Sitzung fand am 2. August 1945 im Lokal "Zum Hirsch" statt und führte am 18. August 1945 zur Bildung eines Sportkartells. Die Männer der ersten Stunde waren: Ludwig Montag, Adam Huber, Heinrich Fuchs, Adam Mannhardt, Richard Kemptner, Wilhelm Weik, Georg Leiberich und Jakob Schmeißer. Bei der nächsten Versammlung am 28. August 1945 wurde im Rathaus beschlossen, eine Sportvereinigung zu gründen. In diesem Zusammenschluss aller Sportarten ging auch der ehemalige Kraftsportverein 1906 Ketsch auf. Der Kraftsportverein war nun eine Sparte des Großvereins mit Wilhelm Alt als erstem Spartenleiter. Weitere Spartenleiter waren Sebastian Franger, Hermann Fuchs sen. und Fritz Holweck.

 

Ab 1946 vollzog sich in der Kraftsportabteilung eine große Aufwärtsentwicklung. Der Trainingsbetrieb wurde zunächst im Gasthaus "Zur Traube" durchgeführt. Später wechselte man dann ins "Hotel Rose", wo auch viele Jahre die Mannschaftskämpfe ausgetragen wurden. Der erste Ringervergleichskampf gegen Wiesental wurde 4:3 gewonnen.

Im Jahre 1948 belegten bei den Badischen Meisterschaften in Oftersheim folgende Ringer die ersten Plätze: Karl Kurz (Fliegengewicht), Alois Huber (Federgewicht), Julius Eppel (Leichtgewicht), Johann Eppel (Mittelgewicht), Werner Rohr (Schwergewicht).

 

4Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

stehend von links:

Alois Huber, Georg Schäfer, Karl Eppel, Arthur Stohner, Werner Rohr, Johann Eppel, Julius Eppel

mittlerer Reihe von links:

Franz Herm, Erwin Hess, Adam Huber, Albert Eppel, Wilhelm Alt, Albin Schäfer, Johann Weik

vordere Reihe von links:

Karl Kurz, Karl Krupp, Emil Schäfer

 

 

 

Der Aufschwung in den 50er Jahren

Seit Bestehen des Kraftsportvereins 06 Ketsch gingen aus seinen Reihen immer wieder junge Männer hervor, die durch ihre überragende Leistungen überzeugten. So machten in den 50er Jahren vor allem Otto Montag, Werner Rohr, Werner Schreiner und Willi Schäfer mit beachtlichen Erfolgen auf sich aufmerksam. Jeder dieser Ringer wurde nach dem Gewinn etlicher regionaler Meisterschaften 3. Deutscher Meister. Helmut Franger startete in dieser Zeit mehrmals bei Deutschen Jugendmeisterschaften. Alfred Weik, Norbert Wiesbeck und Heinz Keilbach waren weitere wichtige Stützen der KSV-Mannschaft.

 

5Eine hervorragende Leistung erzielte Otto Montag 1951 in der Klasse bis 50 kg mit dem Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft.

In den Jahren nach 1955 übernahm Werner Schreiner die Jugend- und Schülerabteilung. Dank seiner großen Erfahrung und seiner geschickten Anleitung konnte er eine beachtliche Anzahl Ketscher Jugendlicher zur Ringerspitze Süddeutschlands führen. Reinhard Montag, Willi und Helmut Urban waren damals die hoffnungsvollsten Talente. Reinhard Montag holte sich die Badische Meisterschaft.

 

 

 

                                                                                                                        Otto Montag

 

Neugründung im Jahre 1959

1959 löste sich die Kraftsportabteilung von der Sportvereinigung los und machte sich wieder zum selbständigen Verein. Die Neuwahlen der Generalversammlung am 29. November im Gasthaus "Zur Rose" brachten folgendes Ergebnis:

 

61. Vorsitzender: Julius Eppel

2. Vorsitzender: Alois Huber

Kassenverwalter: Walter Keilbach

Schriftführer: Hans Doser

Mannschaftsführer: Artur Stohner

Jugendleiter: Werner Schreiner

 

 

Der Aufschwung in den 50 Jahren – Ringermannschaft 1954

von links: Mannschaftsführer Artur Stohner, Helmut Franger, Willi Schäfer, Alfred Weik, Heinz Keilbach, Walter Keilbach, Norbert Wiesbeck, Hermann Fuchs, Werner Schreiner, Werner Rohr.

 

Außer den drei damals noch lebenden Gründungsmitgliedern Albert Eppel, August Schmeißer und Leonhard Gredel wurden sechs weitere Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt, die sich besondere Verdienste um den Kraftsport und um den Verein erworben hatten: Heinrich Schmeißer, Adam Huber, Franz Roßrucker, Eduard Fuchs, Hermann Fuchs und Martin Faulhaber. Auch als selbständiger Verein konnte der KSV seine sportlichen Erfolge fortsetzen. Von 1945 an eilten unsere Ringer in der Oberliga, der damals höchsten deutschen Ringerklasse, von Erfolg zu Erfolg.

 

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Unter dem Trainer Gerhard Bertram erkämpfte sich 1961 die oben abgebildete Mannschaft die Meisterschaft.

Die herausragenden Ereignisse der 60er Jahre waren drei Großveranstaltungen in der Rheinhalle.

 

1960 wurde der KSV mit der Ausrichtung der Deutschen Senioren-Meisterschaft beauftragt,

1963 richtete er die Deutschen Jugend-Meisterschaften im griechisch-römischen Stil aus und

1965 war der KSV Veranstalter der Deutschen Kunstkraftsport-Meisterschaften.

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 Badische Schülermannschaftsmeister 1960

von links nach rechts: 1. Vorsitzender Julius Eppel, Reinhold Seitz, Dieter Schmid,

Berthold Barcaba, Willi Urban, Peter Richter, Wolfgang Trispel, Walter Barcaba,

Eugen Spitzer, Karlheinz Kalitzki, Rudi Pister, Klaus Schreiner, Werner Schreiner

Jugendleiter und Trainer

 

Nach dem 60jährigen Jubiläum übernahm Benno Becker 1967 als 1.Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Die Verjüngung der Vereinsführung wirkte sich positiv auf den Sportbetrieb aus. Becker war, neben seiner Funktion als 1. Vorsitzender, lange Jahre als Schwergewichtler eine aktive Stütze der Mannschaft. Er leitete das Vereinsgeschehen bis zum Jahre 1982. Die ersten Erfolge seiner Arbeit stellte sich mit der Staffelmeisterschaft 1971 ein. Jürgen Maier erkämpfte sich die Nordbadische Meisterschaft der Senioren in der Klasse bis 57 kg.

Internationale Beziehungen knüpfte man mit einer Ringerstaffel aus Gries (Frankreich). Auch die gezielte Förderung des Nachwuchses zeigte ihre Früchte durch den Gewinn der Meisterschaft der Kreisklasse A in der Verbandsrunde 1972/73.Am 11. März 1973 war der Kraftsportverein 06 Ketsch Ausrichter der Nordbadischen Juniorenmeisterschaften im freien Stil, bei der die Aktiven Richard Keidel, Bodo Götze, Roland Pister und Walter Rohr vordere Plätze belegen konnten. Im Juni erreichte der KSV 06 Ketsch nach hartem Kampf in der Aufstiegsrunde den Einzug in die Landesliga.

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Meistermannschaft von 1972/1973

von links: Roland Pister, Wolfgang Stahl, Rudi Machauer, Bodo Götze,

Hans Gaa, Fritz Hermann, Eckhard Neininger, Richard Keidel

 

1974 wurden die einzelnen Ligen neu gestaltet. Der KSV 06 Ketsch startete in der Badischen Oberliga und konnte schon im ersten Jahr den 2. Tabellenplatz belegen. Im selben Jahr wurde Peter Weik Nordbadischer Jugendmeister. Eckhard Neininger, Walter Rohr und Gerhard Rotter wurden 1. Sieger bei den Nordbadischen Junioren-Meisterschaften. Richard Keidel belegte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften einen 4. Platz.

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Pyramidenbau in den 70er Jahren

 

An Pfingsten 1975 veranstaltete der KSV in der Rheinhalle den "Wilfried-Dietrich-Länderpokal der Jugend". Gewinner dieses Turniers mit 8 Ländermannschaften war die Vertretung Südbadens. Bei den Einzelmeisterschaften im Jahre 1975 waren erfolgreich: Richard Keidel Nordbadischer Seniorenmeister, Eckhard Neininger 3. Sieger, Peter Weik Nordbadischer Jugendmeister sowie Dritter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und Josef Krupp Nordbadischer Schülermeister. Dieter Wahl belegte einen hervorragenden 3. Platz bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften. Die erste Mannschaft sicherte sich 1975 den Meistertitel in der Oberliga Nordbaden und die zweite Mannschaft konnte die Meisterschaft in der Kreisklasse erringen.

1976 richtete der KSV Ketsch die Nordbadischen Juniorenmeisterschaften aus und siegte in der Mannschaftswertung durch die Platzierung folgender Ringer: 1. Plätze: Richard Keidel und Dieter Wahl, 2. Plätze: Ralf Schmidt, Karl Walter, Bodo Götze und Peter Weik, 3. Platz: Andreas Gruschwitz. Bei den Seniorenmeisterschaften wurde Jürgen Maier 1. Sieger, Richard Keidel belegte den 2. und Roland Pister den 3. Platz.

Im April 1978 wurden in der Rheinhalle die Nordbadischen Junioren- und Schülermeisterschaften ausgetragen. Hierbei konnten Ralf Schmidt bei den Junioren und Achim Reister bei den Schülern den 1. Platz belegen. In der neuen Schulsporthalle beim Rathaus wurde ein internationaler Freundschaftskampf zwischen Academic Sofia und einer Auswahlmannschaft des Nordbadischen Ringerverbandes ausgetragen. Für die Auswahlmannschaft wurden Ralf Schmidt, Richard Keidel und Peter Weik nominiert.

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Mannschaft des KSV im Aufstiegskampf gegen Lahr – Kuhbach

von links: Peter Weik, Rahmi Sarac, Willi Samstag, Norbert Zimmermann, Richard Keidel, Eckhard Neininger, Josef Krupp, Ralf Schmidt, Ali Demirci, Christian Gärtner

 

Vor Beginn der Verbandsrunde 1979 / 80 schlossen sich die türkischen Ringer Ali Demirci und Rahmi Sarac unserem Verein an. Somit waren die Weichen für die Meisterschaft gestellt, die man ohne Verlustpunkt erringen konnte. Mit dem Gewinn der Meisterschaft kämpfte die Mannschaft des KSV um den Aufstieg in die 2. Bundesliga gegen Lahr-Kuhbach. Die erste Begegnung fand unter großem Zuschauerinteresse in der Rheinhalle statt, wo sich die Ketscher Mannschaft mit einem 22:18 Heimerfolg eine gute Ausgangsbasis für den Rückkampf schuf.

"Entscheiden Gewichtssteine Bundesliga-Aufstiegskampf?“ lautete die Schlagzeile in der Tagespresse nach dem Rückkampf in Lahr-Kuhbach. Dubiose Ereignisse beim Abwiegen der Mannschaften verhinderten den Aufstieg des KSV 06 Ketsch in die 2. Bundesliga. Jahre später gestanden Verantwortliche des KSV Lahr-Kuhbach die Manipulation an der Waage ein.

Josef Krupp wurde Nordbadischer Meister der Jugend, der Junioren und der Senioren sowie 3. Deutscher Meister der Junioren.

 

75-jähriges Jubiläum

Am 19. September 1981 feierte der Kraftsportverein sein 75-jähriges Jubiläum. Bürgermeister Ferdinand Schmid war Schirmherr und Festredner beim Bankett mit Ehrungen in der Rheinhalle. Für besondere Verdienste zum Wohle des Vereins wurde Bürgermeister Ferdinand Schmid, Artur Stohner, Karl Kurz, Karl Spilger, Alois Huber, Jakob Metzger, Franz Huber, Karl Dick, Eugen Weik, Sebastian Franger und Gustav Enchelmeier die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Der Nordbadische Ringerverband betraute den KSV anlässlich des Jubiläums mit der Ausrichtung des 35. Ordentlichen Verbandstages des Nordbadischen Ringerverbandes in der Rheinhalle. Erfreulich war das Abschneiden der beiden Aktiven Josef Krupp und Richard Keidel. Bei den Landesmeisterschaften wurden sie Nordbadische Meister der Senioren im griechisch-römischen Stil.

Der KSV stellte 1982 unter dem neuen Vorsitzenden Helmut Keller wieder zwei Seniorenmannschaften. Die erste Mannschaft kämpfte in der Oberliga, während sich die zweite Mannschaft mit gutem Erfolg in der Bezirksliga behauptete. Landesmeister bei den Senioren wurde Richard Keidel, bei der Jugend Peter Herberger und Achim Reister.

 

 

12Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga 1984

von links: Dieter Wahl, Norbert Zimmermann, Achim Reister, Ömer Temir , Hans Gaa, Josef Krupp, Reiner Medelnik, Werner Schauder, Hafiz Panschiri, Christian Fütterer

 

 

Im Jahre 1983 wurde die erste Mannschaft Meister der Oberliga Nordbaden.Der KSV schaffte damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Diese Liga war jedoch für die Ketscher Mannschaft sportlich zu anspruchsvoll, so dass man 1984 wieder in die Oberliga abstieg.

Einen Wechsel an der Spitze der Vorstandschaft brachte das Jahr 1985. Heinrich Fuchs wurde in der Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. In der neu erbauten Neurottsporthalle wurde mit einem Vergleichskampf gegen Szeged (Ungarn) vor mehr als 500 Zuschauern die erste internationale Veranstaltung durchgeführt. Nach der Begegnung, die die Gäste mit 7:3 für sich entscheiden konnten lud Bürgermeister Schmid zu einem offiziellen Empfang in die Rheinhallengaststätte ein.

 

13Am 13. und 14. Juli 1985 fand das 1. Ketscher Athletenfestmit Ortsmeisterschaften im Tauziehen statt. Die Veranstaltung wurde von der Ketscher Bevölkerung sehr gut angenommen. Dorfmeister wurden die „Alten Sportfreunde“, eine aus ehemaligen KSV-Ringern zusammengestellte Mannschaft.

 

Im selben Jahr entstand auch die Freizeitsportabteilung, die bis heute ein fester Bestandteil des Vereins ist. Eine Damen- und Herrengymnastikgruppe wurde in den Sportbetrieb aufgenommen.

 

1986 wurde die Jugend- und Schülerarbeit erheblich intensiviert und eine Kleinkindergruppe gegründet.

 

 

1435 Jahre nach Otto Montag hatte der KSV mit Rüdiger Voit wieder einen Deutschen Meister. Neben der Goldmedaille bei den Junioren konnte er in seiner Laufbahn weiter drei Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewinnen.Im Rahmen einer Feierstunde wurde er im Rathaus in Gegenwart einer starken Delegation des Kraftsportvereins mit der silbernen Sportlerplakette der Gemeinde geehrt. Jürgen Claus wurde Nordbadischer Meister im Weltergewicht bei den Senioren. Mit den Landesmeisterschaften der Junioren und der B-Jugend im griechisch-römischen Stil richtete der Kraftsportverein eine weitere Veranstaltung in der Neurotthalle aus. Im Bruchgelände fand das 2. Ketscher Athletenfest statt. Höhepunkt dieses Festes waren die Tauziehmeisterschaften der Damen: Die KSV-Frauen gewannen den Wettbewerb vor dem Frauenchor der Sängereinheit und den Waldhorn-Damen. Den Wettbewerb der Männer entschieden die „Alten Sportfreunde“ für sich.

 

Am 28. und 29. März 1987 war der KSV erneut Ausrichter der Jugend- und Juniorenmeisterschaften. Ralf Schmidt und Klaus Klemm holten den Landesmeistertitel bei den Senioren und Thomas Hambsch wurde Nordbadischer Jugendmeister. Die Jugendabteilung führte unter der Leitung von Eckhard Neininger und Hanne Heitzler eine mehrtägige Freizeitmaßnahme im Odenwald durch.

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Erfolgreiche Aktive und Jugendringer 1987

 

Einen weiteren internationalen Vergleichskampf bestritt die 1. Mannschaft beim befreundeten Verein "SVSE Szeged" in Ungarn. Beim Gegenbesuch vom 24. bis 28. Juli 1987 waren die ungarischen Sportler in Privatquartieren untergebracht, was zu vielen freundschaftlichen Kontakten führte. Beim Freundschaftskampf in der Neurotthalle wurde dem 1. Vorsitzenden Heinrich Fuchs die goldene Ehrennadel des NBRV verliehen.

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Beteiligte aus Ungarn und Ketsch

 

Bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Ketscher Vereine in der Rheinhalle trat die Damengymnastikgruppe erstmals öffentlich auf. Mit ihrem Jazz-Show-Tanz kamen die KSV-Frauen beim Publikum gut an und hinterließen bei den zahlreichen Zuschauern einen bleibenden Eindruck.

Auch 1988 stellte der KSV unter Beweis, dass sich die Enderlegemeinde zu Recht dem Ruf einer Ringerhochburg erfreut. Die A-Jugendringer wurden bei den Mannschaftsmeisterschaften 3. Kreismeister, und bei den Schüler- und Jugendeinzelmeisterschaften, holten sich Martin Fuchs, Marcel Heitzler, Jens Kusminsky, Christian Scheer und Thomas Rohr, souverän den Kreis- und Landesmeistertitel. Der Ketscher Federgewichtler (62 kg) Ralf Schmidt kam bei den Nordbadischen Seniorenmeisterschaften zu Titelehren, und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft.

Mit den Rhein-Neckar-Meisterschaften für Schüler- und Jugendringer wurde eine weitere sportliche Großveranstaltung nach Ketsch vergeben. Austragungsort der Meisterschaften war die renovierte Rheinhalle.

Beim allseits beliebten Athletenfest schaffte die Freiwillige Feuerwehr, den Turniersieg im Tauziehen. Die Plätze zwei und drei belegten die AH-Mannschaft der SpVgg. 06 und der Angelsportverein 1928. Mit großem Erfolg wurde für die Ketscher Jugend in der Rheinhallengaststätte eine Discoveranstaltung durchgeführt; es kamen über 350 Jugendliche.

Die Oberligamannschaft belegte den 3. Tabellenplatz. Beim letzten Verbandskampf wurde der langjährigen aktiven Ringer Eckhard Neininger verabschiedet. Seit 1970, ununterbrochen, als 1. Mannschaftsringer im Verein, hatte Neininger viele Meisterschaften und Turniersiege mit nach Ketsch gebracht. Als Zeichen des Dankes wurden ihm ein Präsentkorb und die silberne Ehrennadel überreicht. Der Eckes, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird, stellte sich nun mit Ende seiner sportlichen Laufbahn dem Verein als Jugendleiter zur Verfügung.

 

171989 war für den Spitzensport wie für den Breitensport ein sehr erfolgreiches Jahr: Die aktiven Sportler nahmen an allen Turnieren und Meisterschaften teil und standen oft ganz oben auf den Siegertreppchen.

Der sportliche Höhepunkt war dabei die Erringung der Goldmedaille von Jens Kusminsky bei den Deutschen

 

Jugendmeisterschaften, in der Klasse bis 85 kg.Die Würdigung dieser großartigen Leistung fand im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus statt. Der Ketscher Bürgermeister Ferdinand Schmid freute sich besonders, dass Jens Kusminsky die Familientradition fortsetzte: Mit seinem Erfolg trat er in die Fußstapfen seines Großvaters, Werner Schreiner, einem erfolgreichen   Schwergewichtler der 50er Jahre.

1990 fand ein Vorstandswechsel statt: Der bisherige 1. Vorsitzende, Heinrich Fuchs, kandidierte aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr, und übergab sein Amt dem bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Johann Stiegler. In diesem Jahr wurde der traditionelle Rosenmontagsball zum letzten Mal in der gewohnten Art durchgeführt.

Künftig wurde der Maskenball zusammen mit dem Tischtennisverein und der Schützengilde am "Schmutzigen Donnerstag" veranstaltet, und im kleineren Rahmen, am Rosenmontag eine Discoveranstaltung in der Rheinhallengaststätte durchgeführt.

Geschäftsführer Gerhard Jungmann und der frühere Vorsitzende Heinrich Fuchs nutzten die neugewonnene Reisefreiheit in die DDR und unterzeichneten im Auftrag des Kraftsportvereins einen Partnerschaftsvertrag mit der "Betriebssportgemeinschaft Mansfeld Kombinat Eisleben".

Der erste Freundschaftskampf fand am 14. Mai in der Neurottsporthalle statt. Die Gäste aus Lutherstadt-Eisleben wurden in Privatquartieren bei Vereinsmitgliedern untergebracht, und zwischen den Mitgliedern der beiden Vereine wurden Freundschaften geknüpft, die bis heute Bestand haben. Nach dem sportlichen Wettstreit hatte die Gemeindeverwaltung zu einem Empfang mit Abendessen eingeladen, um die Bedeutung dieser Begegnung zu unterstreichen. Gleichzeitig erfolgte, durch den Vorsitzenden der Gäste, die Einladung nach Eisleben, wo im Juli der Rückkampf ausgetragen wurde. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Ketscher Vereine, in der Rheinhalle, traten die Sportakrobaten an die Öffentlichkeit. Die 1. Ringermannschaft belegte in diesem Jahr einen Mittelplatz in der Meisterschaftsrunde.

Für die Verbandsrunde 1991/92 konnte man, mit Michael Rübsam und Frank Grabow, zwei Spitzenathleten aus der ehemaligen DDR verpflichten. Außerdem wurde die Mannschaft mit dem türkischen Ringer Sabit Gasan verstärkt, da man einen Platz im oberen Drittel der Tabelle anstrebte. Diese Erwartungen gingen am Ende der Verbandsrunde in Erfüllung.

Werner Schauder verließ nach zehnjähriger erfolgreicher Trainertätigkeit den Verein; sein Nachfolger wurde Klaus Brenner vom AV Reilingen.

1993 belegte die 1. Ringermannschaft in der Verbandsrunde den 3. Tabellenplatz. Mit vermeidbaren Niederlagen gegen Eppelheim und Kirrlach hatte der KSV leichtfertig die Meisterschaft verschenkt, und somit knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst.

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 gab es einen Wechsel an der Führungsspitze des Vereins. Achim Reister wurde einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Mit Roger Gössner, dem Vizeweltmeister von 1987 und Olympiateilnehmer des Jahres 1988, konnte der KSV einen prominenten Neuzugang verpflichten.

Sportlicher Höhepunkt des Jahres 1994 war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft von Roger Gössner im klassischen Stil.

Die 1. Mannschaft wurde mit Georg Stein, vom Bundesligisten VfK Oftersheim, und mit Jan Salmonat, vom ASV Lampertheim, verstärkt. Unter dem Vorsitz von Achim Reister begann für den Verein eine starke sportliche Aufwärtsentwicklung.

Mit der Verpflichtung des amtierenden Ungarischen Meisters, Endre Elekes, wurden die Weichen für die Saison 1995/96 gestellt. Die 1. Mannschaft belegte den zweiten Platz in der Oberliga und qualifizierte sich für die neu entstandene Regionalliga. Die 2. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Landesliga, und die Jugend- und Schülerringer erkämpften sich mehrere Meistertitel auf Kreis- und Landesmeisterschaften.

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Aktive Ringer im Jubiläumsjahr 1996

Stehend von links: Trainer Klaus Brenner, Sven Reister, Thomas Hambsch, Marcel Heitzler, Paul Winkler,Michael Rübsam, Ralf Steinbeißer, Thomas Nickels, Georg Stein, Albert Hörth, Oliver Böhme

Kniend von links: Thomas Brenner, Frank Grabow, Israfil Avcilar, Suat Akman, Georg Kokkinogenis

 

90. Jubiläumsjahr

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Stehend von links: Trainer Klaus Brenner, ?????, Josef Krupp,   Thomas Brenner, Georg Stein, Georg Kokkinogenis, Thomas Nickels, 1. Vorsitzender Achim Reister

Kniend von links: Thomas Hambsch, Frank Grabow,   Suat Akmann, Ralf Schmidt, ?????

Liegend: Dimitrius Stuck

 

Leider war im 90. Jubiläumsjahr der Aufstieg in die Regionalliga aus sportlichen Gründen nicht zu realisieren, denn mit Rüdiger Wachs, Roger Gössner und Endre Elckes, verließen die drei punktbesten Ringer unseren Verein. Hinzu kam noch, dass mit Frank Grabow und Michael Rübsam zwei Leistungsträger ihre Laufbahn in der 1. Mannschaft beendeten. Nach einem einstimmigen Vorstandsbeschluß, entschloss man sich schweren Herzens in der Landesliga zu starten. 

Höhepunkte des Jahres 1996 waren das 90jährige Jubiläum mit Festbankett in der Rheinhalle, die Erringung der Meisterschaft in der Landesliga, sowie der Titelgewinn der beiden Jugendlichen Marcel Heitzler und Rolf Hufnagel. Durch das Ableben unseres Ehrenvorsitzenden Julius Eppel wurden die Jubiläums- und Meisterschaftsfreuden dann doch noch getrübt. Er bekleidete über 15 Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden und war auch als Ehrenvorsitzender immer eine Stütze des Vereins. 

1997 übernahm der frühere Aktive und Trainer Richard Keidel das Schüler- und Jugendtraining. Der Vereinstrainer Klaus Brenner stellte wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, so dass aus dem Stand die Staffelmeisterschaft in der Verbandsliga erkämpft wurde, was den sofortigen Aufstieg in die Oberliga bedeutete.

20Mit der Verpflichtung des Europameisters von 1997 und späteren Weltmeister Darius Jablonski, sowie des 5-fachen Deutschen Meisters Laszlo Miklosch, wurden die Weichen für die Verbandsrunde 1998 gestellt. Zielsetzung für die Vereins- und

Mannschaftführung war das vordere Tabellendrittel. Nach Abschluss der Rundenkämpfe hatte die 1. Mannschaft den 3. Tabellenplatz erreicht, und von der Schüler und Jugendabteilung standen 5 Ringer bei Turnieren und Einzelmeisterschaften auf dem Podium.

 

 

 

 

 

                               

                                Darius Jablonski

 

 

 211999 kam der KSV Ketsch zu eigroßartigen Erfolg bei den German Masters der Veteranen. Eckhard Neiniger und Michael Rübsam holten sich die Bronzemedaille. Der absolute Höhepunkt des Turniers war die Doppelmeisterschaft von Hans Gaa, der sich in beiden Stilarten souverän den Titel holte. In einem packenden Endkampf um den Titel besiegte er den Bundesligaringer und mehrfachen Landesmeister, Fred Kerner, klar nach Punkten. Die drei Medaillengewinner bekamen nach ihrem Erfolg eine Einladung für die Weltmeisterschaft in Varna / Bulgarien ausgesprochen.

 

 

 

von links: Eckhard Neininger, Hans Gaa, Michael Rübsam

 

2000 stellte der KSV mit dem ASV Eppelheim eine Schülermannschaft und beteiligte sich wieder an der Schülerverbandsrunde. Steven Aichele, Philipp Keidel und Michael Kohler gewannen mehrere Turniere. Bei den deutschen Meisterschaften der B - Jugend erkämpfte sich Michael Kohler die Bronzemedaille.

22Die Ketscher Ringer beendeten die Saison im Jahr 2000 mit einem 31:8 Sieg über den KSV Kirrlach als ungeschlagener Meister, und schafften somit den direkten Aufstieg in die Regionalliga Baden – Württemberg, und die Reservestaffel belegte in der Landesliga einen beachtlichen 2. Tabellenplatz. 

 

 

 

 

 

 

Stehend von links: Frank Grabow, ????????, Klaus Brenner, Michael Rübsam, Thomas Brenner, Georg Stein

Kniend von links: Darius Jablonski, Marco Brenner, Suat Akmann, Stefan Gartmann

 

 

23Auf Initiative der Sportfreunde, Heinrich Fuchs, Benno Becker und Helmut Franger, wurde am 6. Oktober 2000 im früheren Vereinslokal des Kraftsportvereins der Club der „Alten Ketscher Athleten“ gegründet. Heinrich Fuchs wurde zum Sprecher der Vereinigung bestimmt. Mit einer besinnlichen Schüler- und Jugendweihnachtsfeier in der Gaststätte „Zum Kleintierzüchter“ wurde das erfolgreiche Sportjahr beendet.

2001 hat die Planung für die Regionalliga Süd – West obere Priorität. So kehrt der Vizeweltmeister von 1987, Roger Gössner, als Ringer und Trainer nach Ketsch zurück. Mit Rosario Schmitt, Jürgen Rotter, Arnold Brown und Gilbert Rudischhauser, kamen weitere Bundesligaerfahrene Ringer nach Ketsch. Als Volltreffer hat sich die Verpflichtung von Stefan Kehrer erwiesen. Gleich bei seinem ersten Start für den KSV erkämpfte sich der Freistilringer die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend. Nicht nur den Titelgewinn in der Klasse bis 69 kg schaffte Stephan Kehrer, er wurde auch als technisch bester Ringer des Turniers ausgezeichnet.

Auch bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften waren die Ketscher Nachwuchsathleten erfolgreich. Hier erkämpfte sich das Ausnahmetalent Stefan Kehrer die Silbermedaille und für Michael Kohler gab es Bronze. Ehrenvolle Platzierungen gab es für Marco Brenner, Jan Götze und Andreas Fischer. Stefan Kehrer und Michael Kohler erhielten vom Deutschen Ringerbund Einladungen zur Kadetten-Europameisterschaft nach Izmir / Türkei. Nach Ende der Verbandsrunde belegten unsere Athleten einen herausragenden 2. Platz.

Mit den Neuzugängen Johann Weingärtner, dem Italiener Maurizio Stedile, sowie dem Iraner Farhad Sohrabi, wurde die Mannschaft im Jahr 2002

erheblich verstärkt, und man konnte sich berechtigt Hoffnung machen, bei der Vergabe der Meisterschaft ein Wörtchen mitzureden. 24                                                                             Gössner gegen Schrader (Burghausen)

   

Die Schülermannschaft bestand ausschließlich aus Ketscher Ringern und belegte in ihrer Gruppe gleich den 3. Platz. Eine Kooperation mit der Alten Schule wurde ins Leben gerufen und mehrere Wochenendfreizeiten wurden unternommen.

Bei den Einzelmeisterschaften gingen in diesem Jahr erstmals in der Vereinsgeschichte 10 Teilnehmer vom KSV Ketsch bei Deutschen Meisterschaften an den Start.

Herausragend ist hier der Gewinn der Meisterschaft von Stefan Kehrer bei der A-Jugend und sein 2. Platz bei den Junioren, sowie die Silbermedaille von Sascha Sobik bei der C-Jugend. Nach Beendigung der Mannschaftskämpfe wurden die Ketscher Ringer Vizemeister in der Regionalliga Baden – Württemberg.

Durch das zurückziehen eines Vereins aus der 2. Bundesliga nahm der KSV dessen Platz ein und ist nun im Jahr 2003 zum 2. Mal seit 1984 in der zweithöchsten Ringerklasse vertreten.

Erfolgreichste Schülerringer waren Kai Schuler, Philipp Keidel, Sascha Brunisch und Sascha Sobik.

Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2003 konnten unsere Athleten 4 Mal Edelmetall mit nach Hause nehmen. Jeweils Gold erkämpften Marcel Ewald bei den Junioren, und wieder Stefan Kehrer bei der A Jugend. Bei den Junioren gewann Stephan Kehrer abermals Silber und Reinhold Kratz die Bronzemedaille

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Marcel Ewald                                                  Stefan Kehrer

 

Der KSV ringt in der 1. Bundesliga

Der steile sportliche Aufstieg fand im Jahr 2003 seinen bisherigen Höhepunkt. Als Neuling der 2. Bundesliga Süd landete die Staffel von Trainer Wolfgang Laier am Ende auf Platz 1, und stand bereits 3 Kampftage vor Saisonende als Meister fest, damit verbunden war der Aufstieg für das Jahr 2004 in die 1. Bundesliga, dem Oberhaus des Deutschen Ringsports und gleichzeitig dem größten sportlichen Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das gesteckte Ziel war der Klassenerhalt, alles andere wäre utopisch gewesen. Darin waren die KSV Verantwortlichen und die vielen Ringerfans einer Meinung, und man freute sich auf eine interessante Verbandsrunde. Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel, hatte man eine ordentliche Mannschaft für den Ausflug in die Eliteliga zusammengestellt. Trotzdem reichte es am Ende nur für einen einzigen Punkt und man musste einsehen, dass die 1. Liga eine Nummer zu groß ist für den KSV 06 Ketsch.

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 Die Aufstiegsmannschaft von 2003

Vordere Reihe: Valerie Wekesser, Rosario Schmitt, Marcel Ewald, Daniel Kohler, Reinhold Kratz

Hintere Reihe: Farhad Sorabi, Roger Gössner, Michael Kohler, Arnold Brown, Jürgen Zingraf, Stefan Kehrer, Trainer Wolgang Laier

 

Großartige Erfolge feierten die Ketscher Athleten bei den Einzelmeisterschaften, Stefan Kehrer und Marcel Ewald wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, und holten beide bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren die Goldmedaille. Die Reservestaffel kämpfte mit wechselndem Erfolg in der höchsten nordbadischen Landesklasse, der Oberliga.

2004geht es weiter mit der Aufwärtsentwicklung in der Jugendabteilung. Während bei der Bezirksmeisterschaft 7 erste Plätze und 6 weitere Medaillen erkämpft wurden, gewann unsere Jugend 8 Landesmeistertitel und 9 weitere Medaillen, wobei Philipp Keidel mit 4 Meisterschaften am erfolgreichsten war. Christoph Ries, Sascha Brunisch (8. Platz) und Philipp Keidel (8. Platz) gingen bei den Deutschen Meisterschaften an den Start. Bei 19 Turnierbesuchen wurden 62 Medaillen gewonnen und mit den Mannschaftskämpfen wurden 576 Jugendkämpfe absolviert. Die Schülermannschaft wird drittbeste Mannschaft von Nordbaden.

Im Jahr 2004 wurde auch eine Satzungsänderung beschlossen und ein neues Führungskonzept für den Vereinsvorstand erarbeitet. Die neu gewählte Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:

 

 

  1. Vorstandsvorsitzender: Achim Reister
  2. Vorstand Sport: Johann Stiegler

Vorstand Geschäftsführung: Fred Brdlik

Vorstand Finanzen: Frank Grabow

 

Nachdem man das Abenteuer 1. Bundesliga finanziell unbeschadet überstanden hatte, wurden bereits Anfang 2005 die Weichen für die 2. Bundesliga gestellt.

Der KSV setzte auf talentierte deutsche Nachwuchsringer und verpflichtete mit Patrik Dominik vom AC Goldbach, Florian Dörfler aus Hof, Frank Gerhard vom ASV Ladenburg, Christian Kiefer aus Freiburg, Deniz Topcu vom KSV Wiesental, Marco Brenner vom KSV Kirrlach, Heinz Manette vom KSV Aalen und Mokonen Mengstab von Nekargartach acht neue Athleten.

Zusammen mit den Stammringern Michael Kohler, Stefan Kehrer und dem Ketscher Jugendringer Sascha Sobik, konnte man eine schlagkräftige Mannschaft an den Start schicken. Am Ende der Verbandsrunde erreichte der KSV einen ausgezeichneten dritten Tabellenplatz.

Bei der Bezirksmeisterschaft gingen 22 Jugendringer an den Start und gewannen 7 Gold- und 7 weitere Medaillen. Auch bei den Landesmeisterschaften gab es 9 Gold-, 4 Silber- und 4 Bronzemedaillen. Der KSV 06 Ketsch wurde von Robin Laier, Michael Schnaitmann, Christoph Ries und Philipp Keidel bei der Deutschen Meisterschaft vertreten. Neben der schon seit Jahren bestehenden Kooperation mit der Alten Grundschule wurde auch das obligatorische Ringel-Rangel-Turnier für Ketscher Schulkinder ausgetragen. Ein Grundschein fürs Ringen wurde zusammen mit dem Nachwuchs des RSC Laudenbach abgelegt. Freundschaftskämpfe, Trainingswochenenden mit anderen Vereinen und die Weihnachtsfeier gehörten wieder zum alljährlichen Programm der Jugend. Bei 636 ausgetragenen Kämpfen konnten 65 Medaillen gewonnen werden. Die 2. Mannschaft startete in der Oberliga und belegte den 8. Platz. Die 1. Mannschaft erreichte nach dem Abstieg aus der 1. Liga den 5. Platz in der 2. Bundesliga Südwest.

 

27Auch bei den Einzelmeisterschaften waren die Ketscher Athleten sehr erfolgreich. So waren es wieder Stefan Kehrer und Marcel Ewald die für Ketsch Deutscher Meister wurden, und Kehrer erreichte bei den Juniorenweltmeisterschaften einen

beachtlichen 5. Platz.

Bei den Deutschen Veteranenmeisterschaften holte das inzwischen 50jährige Ketscher Urgestein Eckard Neininger (Eckes) die Silbermedaille.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eckard Neininger

 

100 Jahre Kraftsport in Ketsch

 

Im 100. Jubiläumsjahr 2006 ringt Ketsch wieder in der 1. Bundesliga und stellt mit Stefan Kehrer und Heinz Marnette zwei Deutsche Einzelmeister in der Männerklasse,

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 Stefan Kehrer                                           Heinz Marnette 

 

Außerdem wird Stefan Kehrer noch Deutscher Juniorenmeister. Beide Athleten wurden vom Deutschen Ringerbund für die Europameisterschaften in Moskau nominiert. Die C/D-Jugendmannschaft wurde Landesmeister und qualifizierte sich für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Klarental (Saarland).

 

Die Erfolge zeigen, dass im Jubiläumsjahr hoffnungsvolle Talente vorhanden sind, die unter entsprechender Anleitung, in Zukunft noch von sich reden machen werden. Auch hier wird sich die Richtigkeit des alten sportlichen Grundsatzes zeigen: Nur Fleiß, Vorwärtsstreben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten führen zum Ziel und können Ruhm und Ehre bringen.

Der DRB versuchte die 1. Bundesliga für die Vereine attraktiver zu machen und nahm deshalb eine Neueinteilung der 1. Bundesliga vor. Durch diesen Umstand stieg der KSV wieder in die 1. Bundesliga auf.

Über 40 Bambini, Schüler und Jugendlichen wurden im Jubiläumsjahr von 6 Trainern und Betreuern trainiert. Bei den Landesmeisterschaften erkämpften sich die Jugendlichen in beiden Stilarten 26 Medaillen. Das brachte dem KSV auch den 1. und den 2. Platz in der Vereinswertung. Nordbadischer Meister 2006 wurden: Marco List, Yigit Görgün (F + G), Kevin Schnepf, Robin Laier (dreimal C- und B - Jugend), Christoph Ries, Philipp Keidel (F + G), Sascha Sobik. Zum ersten Mal konnten eine A/B – und eine C/D – Jugendmannschaft bei der Landesmeisterschaft aufgeboten werden. Die A/B – Jugendmannschaft wurde auf Anhieb 2. und die C/D-Jugendmannschaft sogar Landesmeister vor Viernheim und Nieder-Liebersbach. Die C/D – Jugend wurde für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Klarental (Saarland) nominiert. Bei den Senioren wurden Patrick Dominik und Florian Dörfler Landesmeister. Im Jubiläumsjahr vertraten 6 Jugendliche, 8 Senioren und 1 Jugendmannschaft den KSV Ketsch bei Deutschen Meisterschaften. Stefan Kehrer wurde in Hof das erste Mal deutscher Seniorenmeister im Freistil. Das gleiche Kunststück gelang Heinz Marnette im griechisch-römischen Stil. In Kirrlach wurde er deutscher Seniorenmeister. Beide Athleten wurden für die Europameisterschaft in Moskau nominiert.

 

Die Entwicklung zeigt, dass zu allen Zeiten aus dem Kraftsportverein 06 Ketsch junge Menschen hervorgegangen sind, die, von einem gesunden sportlichen Geist getragen, aus Freude an körperlicher Betätigung, den Ringsport pflegten, und erfüllt von dieser Freude Höchstleistungen erzielten. Die Erziehung der Jugend im olympischen Geist, sie stark, aber auch fair zu machen für den harten Lebenskampf, war die wichtigste Aufgabe des KSV 06 Ketsch in den zurückliegenden 100 Jahren. Dieser große sportliche und geistige Erziehungsauftrag gegenüber der Jugend, soll auch in Zukunft richtungsweisend für alles Schaffen des Vereins sein.

 

"Für die Jugend, für die Menschen, für den Frieden, für die Verständigung unter den Völkern!"

Dieser am olympischen Ideal orientierte Leitgedanke möge die Festlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum erfüllen, und auch dem künftigen Wirken des Kraftsportvereins 06 Ketsch, als Richtschnur dienen.

Wir alle wünschen dem traditionsreichen KSV 06 Ketsch noch viele glückliche Jahre, geprägt von sportlichem Erfolg und geselliger Kameradschaft

 

 

 

 

 

Die bisherigen Vorsitzenden des KSV 06 Ketsch:

Pius Rohr 1906 - 1907

Ludwig Herm 1907 - 1909

Karl Schäfer 1909 - 1910

Jakob Rohr 1910 - 1918

Franz Zund 1918 - 1919

Wilhelm Rohr 1919 - 1920

Paul Rohr 1920 - 1921

Reinhard Schäfer 1921 - 1923

Albert Eppel 1923 - 1925

Adam Huber 1925 - 1927

Hermann Fuchs sen. 1927 - 1929

Albert Eppel 1929 - 1933

Paul Rohr 1933 - 1945

Wilhelm Alt 1946 - 1949 (Spartenleiter Spvgg)

Hermann Fuchs sen. 1950 - 1952 (Spartenleiter Spvgg)

Sebastian Franger 1953 - 1954 (Spartenleiter Spvgg)

Fritz Holweck 1955 - 1957 (Spartenleiter Spvgg)

Julius Eppel 1958 - 1959 (Spartenleiter Spvgg)

Julius Eppel 1960 - 1967

Benno Becker 1967 - 1982

Helmut Keller 1982 - 1985

Heinrich Fuchs 1985 - 1990

Johann Stiegler 1990 - 1994

Achim Reister seit 1994