RKG Reilingen/Hockenheim kassiert erste Niedrlage

Da wurde das Ketscher „Eigengewächs“ Kevin Schnepf zum Helden als er für den KSV zum „Matchwinner„ wurde. War Schnepf im Vorkampf vom jungen Afghanen Rahmatullah Moradi schon nach 29 Sekunden mit 0:16 deklassiert worden, drehte der Ketscher diesmal den Spieß um, ließ sich von einem schnellen Rückstand nicht beeindrucken, bot Moradi Paroli und kam nach einem packenden Freistilkampf nach vier Minuten bei 15:6 Führung zum vielumjubelten Schultersieg. „Nach der schnellen Vorkampfniederlage war ich heute hochmotiviert und wollte es zeigen“ freute sich Schnepf über seinen Erfolg. Für Moradi war es die erste Niederlage in der laufenden Saison überhaupt. In den beiden leichten Klassen wurden die Ketscher Hasan Yilmaz und Kai Schuler ihrer Favoritenrolle gerecht und punkteten überlegen gegen Ludwig Weiß bzw. Paul Rothausky. Dazwischen gab es beim KSV aber eine große Enttäuschung, als der polnische Neuzugang Dariusz Filipczak unvorbereitet in den Kampf gegen Frank Gerhard ging und mit Konditionsschwierigkeiten eine 6:14 Niederlage kassierte. Dabei konnte sich Filipczak in der letzten Kampfminute kaum noch auf den Beinen halten – man muss abwarten, ob der KSV weiter auf den Polen setzt. Hektisch ging es im Halbschwergewicht zu, wo sich die Ketscher beim 16:2 Erfolg von Waldemar Streib über Erik Offenloch vom Kampfleiter, der mitunter keine glückliche Figur abgab, bei einigen Aktionen benachteiligt fühlten. Streib hatte aber auch bei einem Konter des passiven, aber immer gefährlichen Offenloch Glück, als er nahe einer Schulterniederlage war. Zur Pause verkürzte Heinz Marnette mit einem technischen Punktsieg (16:0) nach gerade 36 Sekunden gegen KSV-Ersatzmann Christian Eberwein zum 7:11. Die RKG verkürzte nach der Pause durch einen schnellen Schultersieg von Zoltan Szep über den 18-jährigen polnischen Jugendmeister David Setecki auf 11:11. In einem harten und am Ende ruppigen Freistilgefecht setzte sich RKG-Athlet Scott Gottschling mit 7:1 gegen Robin Laier durch, wo sich der Ketscher – obwohl stilartfremd ringend- gut verkaufte.

Einen abwechslungsreichen, teils aber auch ruppigen Kampf lieferte sich der Ketscher Hikmet Akyol mit Valeri Wekesser. Über volle sechs Kampfminuten zeigten beide Athleten Griffe wie aus dem Lehrbuch: Akyol führte zur Pause mit 12:9, was aber Wekesser zum 12:15 drehte, ehe dem Ketscher im Schlussdrittel noch sieben Punkte zum 19:15 gelangen. Ruppig ging es auch im Kampf zwischen Kevin Schellin und Christian Schöfer weiter, wo Schöfer gegen den stilartfremd ringenden Schellin alles aufbieten musste, um einen verdienten 5:0 Sieg zu landen. Damit lag die RKG vor dem Abschlusskampf mit 15:13 in Front und alles rechnete mit einem klaren Sieg von Rahmatullah Moradi, was jedoch der glänzend aufgelegte Kevin Schnepf verhinderte. Für Schnepf, der vor zwei Jahren eine Saison bei der RKG kämpfte, war dieser Triumph eine besondere Genugtuung.

Der Ketscher Vorsitzende „Adi“ Herzog war „überglücklich über diesen heutigen Sieg, der gesamten Mannschaft muss ich ein Kompliment machen, vor allem die Leistung von Kevin Schnepf war genial“. Auch KSV-Trainer Wolfgang Laier war „voller Lob für die Mannschaft, alle haben gekämpft, enttäuscht hat heute nur Dariusz Filipczak, über dessen weitere Einsätze man nachdenken muss“.

Die Enttäuschung hielt sich bei der RKG in Grenzen: Geschäftsführer Michael Müller war enttäuscht von Rahmatullah Moradi, „da hatte ich ein anderes Ergebnis erwartet, er hat uns den Kampf versaut, doch unser Ziel bleibt weiter Meisterschaft und Aufstieg da sind wir im direkten Vergleich besser“. Für Trainer Michael Böh „haben alle gut gekämpft, vor allem Frank Gerhard hat eine starke Leistung geboten, doch Moradi hat uns heute total enttäuscht“, er räumte aber auch ein, „dass ich gerne ungeschlagen Meister geworden wäre“.   PW

KSV Ketsch - RKG Reilingen-Hockenheim: 17 : 15

57G: Hasan Yilmaz - Ludwig Weiß 4:0 (17:2), 130F: Dariusz Filipczak - Frank Gerhard 0:3 (6:14), 61F: Kai Schuler - Paul Rothausky 4:0 (15:0), 98G: Waldemar Streib - Erik Offenloch 3:0 (16:2), 66G: Christian Eberwein - Heinz Marnette 0:4 (0:16), 86F: David Setecki - Zoltan Szep 0:4 (SS), 66F: Robin Laier - Scott Gottschling 0:2 (1:7), 86G: Hikmet Akyol - Valeri Wekesser 2:0 (19:15), 75G: Kevin Schellin - Christian Schöfer 0:2 (0:5), 75F: Kevin Schnepf - Rahmatullah Moradi 4:0 (SS).